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Veröffentlicht: 06.04.2022

Sanieren statt erneuern

Wenn Unterhaltsreinigung allein nicht mehr reicht

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In Abhängigkeit vom Grad der Verschmutzung und Abnutzung kommt nahezu bei jedem Boden irgendwann ein Punkt, an dem die übliche Unterhalts- oder Grundreinigung an ihre Grenzen stößt. Statt einer Erneuerung können auch mechanische Prävention oder Sanieren unter Einsatz moderner Schleiftechnologie wirtschaftliche Optionen sein, um solche Böden wiederaufzubereiten beziehungsweise langfristig zu schützen.

Moderne Reinigung beginnt mit der nachhaltigen Prävention von besonders beanspruchten Böden.
Aufgrund ihrer einfachen und schnellen Bearbeitung sowie ihrer Belastbarkeit sind in den letzten Jahren insbesondere zementgebundene, selbstverlaufende Bodenbeschichtungen im Trend – sowohl in Industriehallen als auch als Designböden in vielen anderen Umgebungen. Besonders pflegeleicht und langlebig werden diese Böden, wenn sie per Feinschliff endbearbeitet werden. Letzteres verhindert zusätzlich das Eindringen eventueller Verschmutzungen aufgrund der oft hohen Belastung und verbessert zudem den optischen Eindruck.
Analog zu den immer leistungsfähigeren Bodenbelägen hat sich auch die Schleif- und Poliertechnologie erheblich weiterentwickelt. Mittlerweile sind Diamantpads erhältlich, die auf der Oberfläche des Bodens keinerlei Kratzer mehr hinterlassen. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten Furby-Pads (siehe Bild 2). Diese Pads verfügen über eine neuartige dynamische Verbindung einer Vielzahl von feinsten Diamanten mit einem besonders strapazierfähigen Schaumstoff, der den Diamanten dreidimensionale Schleifbewegungen ermöglicht. Montiert auf rotierenden oder oszillierenden Reinigungsmaschinen sorgen sie für einen makellosen Feinschliff, der aufgrund der geringen Wärmeentwicklung auch im Trockeneinsatz vorgenommen werden kann. Mit der geringen Wärmeentwicklung und der neuartigen Bindung lassen sich zudem sehr hohe Standzeiten solcher Pads erreichen. Das Ergebnis einer solchen Endbearbeitung ist – wie in Bild 3 zu sehen – ein optisch aufgewerteter Boden, der langlebig und pflegeleicht zugleich ist.

Bild 1: Mineralische zementgebundene Fließestriche sind leicht zu verlegen und hoch beanspruchbar.
Bild 2: Tausende feinste Diamantsplitter sorgen bei diesem Pad für vollständig kratzerfreien Politur-Feinschliff durch 3-D-Bindung.
Bild 3: Das hochglänzende und pflegeleichte Endergebnis nach dem Feinschliff.

Beispiel Betonboden

Selbst bei einem Neubau kann es schnell zu stark verschmutzten Betonbodenflächen kommen. So etwa geschehen bei der Errichtung eines Büro- und Produktionsgebäudes durch das in Blaubeuren bei Ulm ansässige Unternehmen Falch, welches auf die Herstellung von industriellen Wasserstrahlgeräten spezialisiert ist. Der zuständige Baustellenleiter Heinz Kast schildert, wie es dazu kam: „Die Witterung und auch die starke Inanspruchnahme durch die Bauarbeiten haben in dem etagenweise fortgeführten Neubau nach und nach sowohl zu starken Verunreinigungen
als auch zu rostigen Teilflächen geführt. “Mit einer konventionellen Industriereinigung ließen sich diese zunächst nicht wie gewünscht entfernen. Inhaber Achim Falch wollte jedoch von seinem Plan, den Betonboden mit einer schönen und widerstandsfähigen Optik ohne weiteren Belag zu nutzen, nicht abweichen.
Zusammen mit Schwamborn fand Falch schließlich die Lösung des Problems auf der Basis modernster Schleiftechnologie. „Wir haben auf einer kleinen Testfläche den Beton zunächst nass abgeschliffen und dafür Diamantpads mit Körnung 100 eingesetzt. Gleichzeitig konnten wir demonstrieren, dass ein zusätzlich aufgebrachter Oberflächenschutz mit einem lösemittelhaltigen, für polierte und feingeschliffene Natur- und Betonwerksteine geeigneten Imprägnat auf der Basis von Fluorpolymeren und Kohlenwasserstoffen eine weitere sichtbare Verbesserung bringt und den Boden pflegeleichter macht“, schildert der mit den Arbeiten beauftragte Anwendungstechniker Ewald Wohlfart das Vorgehen.
Wie in Bild 5 zu sehen ist, konnten sowohl die hartnäckige Verschmutzung als auch die zum Schutz des jungen Betons flüssig aufgetragene Verdunstungsfolie entfernt und der Boden mit den Diamantpads mit 100er- beziehungsweise 400er-Körnung in nur einem Arbeitsgang bis zum hochglänzenden Endergebnis nass geschliffen werden. Die Arbeiten auf der insgesamt 16.000 Quadratmeter großen Fläche wurden mit einer per Fernsteuerung bedienbaren Betonschleifmaschine vom Typ DSM 650RC ausgeführt. Der Fleckschutz des eingesetzten Chemieproduktes (Protect A) sorgt letztlich für dauerhaft starke öl-, fett- und wasserabweisende Eigenschaften des Bodens.

Bild 4: Vor dem Schleifen wies dieser Betonboden unter anderem unschöne Rostflecken auf.
Bild 5: Das Ergebnis nach dem Nassschliff.

Beispiel Kautschukboden

Kautschukbodenbeläge sind unter den elastischen Bodenbelägen aufgrund ihrer Strapazierfähigkeit und der einfachen Pflege und Reinigung oft die erste Wahl in stark frequentierten Objekten. Unzureichende Reinigung und Pflege führen allerdings nicht selten zu Ausblühungen und Beschädigungen. In der Regel versucht man dann, durch eine Grundreinigung oder Pflegefilmsanierung den Kautschukboden zu erhalten.
In Objekten, bei denen die Schädigung des Belags bereits weiter fortgeschritten ist, hilft vermeintlich oft nur noch ein kompletter Austausch des Bodens. Mit speziellen Fußbodenschleif-maschinen und Diamantwerkzeugen besteht jedoch auch hier die Möglichkeit, den Belag kostengünstig zu renovieren – und dies bei laufendem Betrieb. Ein Beispiel: Bereits nach relativ kurzer Nutzungsdauer entsprach der verlegte Kautschukboden im Kölner Herzzentrum nicht mehr dem Ansehen beziehungsweise dem hochwertigen Erscheinungsbild der renommierten Klinik.
Vor allem aber genügte der Zustand des Bodens nicht mehr den hohen Hygieneanforderungen. So war etwa der ursprüngliche Farbton der großen Bodenflächen nach knapp drei Jahren Nutzung für den Betrachter nicht mehr zu erkennen. Stattdessen wirkte der Belag fleckig mit einer wolkenartigen Optik und auch intensivste Grundreinigungen und regelmäßig durchgeführte Unterhaltsreinigungen hatten nur einen kurzfristigen Effekt.
Die Verantwortlichen der Klinik standen somit vor der Wahl: Den Bodenbelag auszutauschen – was mit hohem Kostenaufwand und mit großen Beeinträchtigungen für den Klinikbetrieb verbunden gewesen wäre – oder eine andere Möglichkeit der Sanierung zu finden. Nach einer Ortsbesichtigung und der Bearbeitung von Musterflächen wurde schnell klar: Die bestehenden Verunreinigungen hatten sich in der nachträglich aufgebrachten und rissig gewordenen Permanentbeschichtung des Belags festgesetzt, was eine für die Klinik nicht tragbare Beeinträchtigung der Hygienestandards nach sich zog. Die Experten von Schwamborn empfahlen schließlich ein komplettes Schleifen des Fußbodens mit Spezial- Diamantpads unterschiedlicher Körnungen. Dies hatte für die Klinik den Vorteil, dass der Betrieb ungestört weiterlaufen konnte.
Während das Schleifen von Industriefußböden ein weithin bekanntes Verfahren darstellt, ist die Pflegefilmsanierung eines Kautschukbodens mit Betonschleifmaschinen und Diamantwerkzeugen eine vergleichsweise neue und eher ungewöhnliche Methode – im Fall der Kölner Klinik war sie aufgrund des Schadensbildes die einzig effektive Möglichkeit.
Im ersten Arbeitsschritt erfolgte zunächst der Grundschliff durch das Entschichten mit einer Drei-Scheiben- Schleifmaschine, die mit sogenannten Superflex- Diamantpads mit Körnung 100 bestückt wurde. Diese Pads aus Kupferkunststoff, in den feine Diamantsplitter eingelassen sind, eignen sich aufgrund der hohen Standzeiten und der substanzschonenden Feinjustierung besonders für weiche Untergründe wie Kautschuk oder Linoleum. Der Schleifschlamm wurde direkt abgesaugt, um zu vermeiden, dass er bei der Bearbeitung antrocknet. Bereits nach dem Ende des ersten Schleifvorgangs war der helle Farbton des Bodens deutlich sichtbar. In einem zweiten Schleifgang wurden der aufgeraute Kautschukboden wieder verdichtet sowie vorhandene Kratzer und kleine Beschädigungen beseitigt. Es folgte ein dritter Schleifgang mit Superflexpads feinster Körnung (K 400) mit dem Ziel, den Fußboden leicht zu polieren und so für eine neue Beschichtung vorzubereiten – als Schutz gegen zukünftige Beanspruchungen. Nach dem Reinigen wurde der so geschliffene und getrocknete Kautschukbelag mit einem Pflegefilm versehen und nochmals mit einer Highspeedmaschine und Diamantpads aufpoliert. Das Arbeitsergebnis sorgte für einen hellen, freundlichen Bodenbelag (Bild 8) und erfüllte die gestellten Anforderungen der Kölner Uniklinik gleichermaßen in Sachen Hygiene und Pflegeleichtigkeit.

Trägt nur das beschädigte Bodenmaterial ab: Nassschliff mit einer Drei-Scheiben-Schleifmaschine und Superflex- Diamantpads.
Der Kautschukboden vor der Sanierung (rechts) und nach der Sanierung (links).
Bild 8: Perfekte Voraussetzung für die Einhaltung aller Hygienestandards: der wiederaufbereitete und endpolierte Belag in der Kölner Herzklinik.

Beispiel Natursteinboden

Der Baubeginn des St. Peterburger Winterpalastes geht auf das Jahr 1711 zurück und wurde im 18. und 19. Jahrhundert erweitert. Er beherbergt eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt mit über 350 prunkvoll ausgestatteten Sälen und hochwertigen Fußböden. Bedingt durch die lange Geschichte und aufgrund der großen Besucherströme, die das Objekt täglich besichtigen, hat der Natursteinboden in vielen Bereichen extrem gelitten und musste deshalb saniert werden.
Zum Schutz der wertvollen Ausstellungsstücke gegen Schmutz wurden diese zwar mit einer Kunststofffolie geschützt; um trotzdem Staubbelastungen zu vermeiden, wurden die gesamten Fußböden und Treppen nass geschliffen. Im ersten Arbeitsgang erfolgte die Bearbeitung der
Randbereiche mit einer Randschleifmaschine, für die Treppen und kritischen Kanten kam eine für den Nassschliff geeignete Handschleifmaschine zum Einsatz. Auf den großen Flächen wurde der Boden schließlich bis auf Korn 800 geschliffen. Der Grundschliff zum Egalisieren von Unebenheiten erfolgte mit Drei-Scheiben-Schleifmaschinen, ausgestattet mit metallgebundenen Diamanten (auch ETX-Diamantwerkzeuge genannt) der Körnung 60 und 120. Zum Polieren wurden Kunstharzdiamantpads verwendet – auf den Treppenstufen bis Korn 400 und auf dem Fußboden bis Korn 800.
Seitens des Auftraggebers war es wichtig, dass die Rutschsicherheit des Natursteinbodens gewährleistet ist, um Unfälle zu vermeiden. Nach dem Schleifen sind Natursteinböden offenporig und sollten zudem gegen Schmutzeintrag und Flüssigkeiten geschützt werden. Dazu wurde ein speziell für Natursteinbeläge mit hoher Restfeuchte geeignetes Imprägnat mit einem Polierpad und einer Ein-Scheiben-Vielzweckmaschine (Schwamborn STR 701) eingearbeitet. Zum Abschluss wurde nochmals mit einer reinen Steinseife nachgereinigt. Der Vergleich der Bilder vor der Sanierung (Bild 10) und danach (Bild 12) zeigt, wie effektiv eine Sanierung beziehungsweise Reinigung mittels Schleiftechnologie sein kann.

Russischer Barock: Der vielbesuchte Winterpalast in St. Petersburg.
Bild 10: Der Granit vor der Sanierung: Die hohen Besucherströme haben deutliche Spuren hinterlassen.
Die mit Drehzahlregulierung ausgestattete DSM 650S mit angeschlossenem Schlammsauger zur Entfernung des Schleifschlamms.
Bild 12: Hunderte Jahre alter Granit wirkt nach der Sanierung wie frisch verlegt.

Die Vielfalt der Möglichkeiten kennen

Erneuern oder sanieren? Natürlich ist diese Frage nicht pauschal, sondern nur nach intensiver Begutachtung der Verschmutzungen und einer seriösen Wirtschaftlichkeitsprüfung im Einzelfall zu entscheiden. Wichtig bleibt für die moderne Reinigungstechnik, die Vielfalt der möglichen Lösungen zu kennen und fachgerecht einsetzen zu können – die Voraussetzungen sind mit modernsten Schleif- und Reinigungsmaschinen und einer kontinuierlich wachsenden Palette an Werkzeugen (Diamanten, Kunstharz- und Diamantpads, Bürsten, et cetera), die immer speziellere Anwendungen erlauben, jedenfalls gegeben.

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